Das Wichtigste in Kürze
Akku-Hörgeräte werden über Nacht aufgeladen und halten meist über 24 Stunden durch – ein kleiner Batteriewechsel entfällt komplett. Batteriebetriebene Hörgeräte sind dagegen in der Anschaffung günstiger und sofort wieder einsatzbereit, sobald eine neue Batterie eingelegt ist. Welche Variante besser passt, hängt vor allem von der Fingerfertigkeit und den Alltagsgewohnheiten ab – beide Typen sind im Rahmen des Festbetrags der Krankenkasse erhältlich.
Akku oder Batterie: Die wichtigsten Unterschiede
| Kriterium | Akku | Batterie |
|---|---|---|
| Handhabung | Kein Wechsel nötig, nachts aufladen | Kleine Batterie muss regelmäßig gewechselt werden |
| Laufende Kosten | Gering (nur Stromkosten) | Laufende Batteriekosten |
| Sofort einsatzbereit | Nein, muss geladen sein | Ja, nach Batteriewechsel sofort |
| Geeignet bei eingeschränkter Fingerfertigkeit | Meist besser geeignet | Kleine Batterien können schwer zu handhaben sein |
Vorteile eines Akku-Hörgeräts
- Kein Hantieren mit winzigen Batterien – ein häufiger Vorteil bei Arthrose, Zittern oder eingeschränkter Feinmotorik
- Kein Memory-Effekt: Auch ein nur teilweise geladener Akku verliert keine Kapazität
- Weniger Elektroschrott und kein Umgang mit den in Hörgerätebatterien enthaltenen Stoffen
- Über die Nutzungsdauer meist günstiger, da keine laufenden Batteriekosten anfallen
Vorteile eines Batterie-Hörgeräts
- Bei leerer Batterie genügt ein schneller Wechsel – keine Wartezeit wie beim Aufladen
- Meist niedrigere Anschaffungskosten
- Unabhängig von einer Stromquelle oder Ladestation, auch praktisch auf Reisen ohne Steckdosenzugang
Was ist bei eingeschränkter Fingerfertigkeit zu beachten?
Hörgerätebatterien gehören zu den kleinsten handelsüblichen Batterien überhaupt. Für Menschen mit Arthrose, Parkinson oder alterstypisch nachlassender Feinmotorik kann der tägliche oder wöchentliche Batteriewechsel zur echten Hürde werden. In solchen Fällen ist ein Akku-Hörgerät häufig die praktischere Wahl, da lediglich das Gerät abends in eine Ladestation gelegt werden muss – ein Vorgang, der sich meist auch mit eingeschränkter Feinmotorik gut bewältigen lässt.
Was übernimmt die Krankenkasse?
Der Festbetrag der Krankenkasse gilt unabhängig davon, ob ein Modell mit Akku oder mit Batterie gewählt wird. Viele Hersteller bieten inzwischen auch Akku-Hörgeräte an, die innerhalb des Festbetrags liegen und damit ohne Aufpreis erhältlich sind – das ist allerdings nicht bei jedem Modell garantiert. Fragen Sie beim Hörakustiker gezielt nach einem zuzahlungsfreien Akku-Modell, wenn Ihnen diese Eigenschaft wichtig ist. Die genauen Beträge und den Ablauf der Kostenübernahme erklären wir in unserem Hörgeräte-Ratgeber.
Häufige Fragen
Wie lange hält ein Hörgeräte-Akku am Tag?
Die meisten modernen Akku-Hörgeräte halten bei voller Ladung mindestens 24 Stunden durch, viele auch deutlich länger. Ein kurzes Nachladen tagsüber ist bei den meisten Modellen ebenfalls möglich.
Wie lange hält ein Akku insgesamt, bevor er ausgetauscht werden muss?
Je nach Modell und Nutzung lässt die Akkuleistung nach etwa vier bis sechs Jahren spürbar nach. Das entspricht ungefähr der üblichen Lebensdauer eines Hörgeräts insgesamt.
Kann ich später von Batterie auf Akku wechseln?
Ein nachträglicher Umbau ist bei den meisten Geräten nicht möglich. Ein Wechsel bedeutet in der Regel die Anschaffung eines neuen Hörgeräts mit Akkutechnik.
Quellen
- GKV-Spitzenverband: Festbeträge für Hörhilfen
- Verbraucherzentrale: Hörgeräte und Krankenkasse
Stand der Informationen: Juli 2026. Ausstattung und Verfügbarkeit von Akku-Modellen im Rahmen des Festbetrags können je nach Hersteller und Hörakustiker variieren.