Das Wichtigste in Kürze
Eine bodengleiche Dusche lässt sich in fast jedem Bad nachträglich einbauen – auch wenn vorher eine Badewanne stand. Der reine Einbau (Duschrinne, Abdichtung, Estrich, Fliesen) kostet 3.000 bis 5.000 Euro, beim kompletten Umbau von Wanne zu Dusche mit Glasabtrennung sind es meist 4.000 bis 8.000 Euro. Die Arbeiten dauern in der Regel 3 bis 5 Tage. Ein Großteil der Kosten lässt sich über den Zuschuss der Pflegekasse abdecken.
Warum der Bodenaufbau die größte Herausforderung ist
Bei einer bodengleichen Dusche darf es keine Stolperkante geben – das Wasser muss trotzdem sicher ablaufen. Damit das funktioniert, braucht der Ablauf im Boden eine Aufbauhöhe von etwa 7 bis 10 Zentimetern für Gefälle und Abdichtung. In vielen Altbauten ist genau das die Herausforderung: Ist nicht genug Höhe vorhanden, muss der Estrich abgesenkt werden, was die Kosten erhöht.
Es gibt verschiedene Ablaufsysteme zur Auswahl:
- Wandablauf: platzsparend, gut geeignet bei wenig Aufbauhöhe
- Bodenablauf (Punktablauf): klassische Lösung in der Mitte der Dusche
- Umlaufende Duschrinne: Wasser läuft rundum ab, kein Gefälle über die ganze Fläche nötig
So läuft der Einbau ab
- Bestandsaufnahme durch den Fachbetrieb. Er prüft, wie viel Aufbauhöhe zur Verfügung steht und welches Ablaufsystem sich eignet.
- Rückbau der alten Wanne oder Dusche. Fliesen und alte Installation werden entfernt.
- Anpassung von Estrich und Abfluss. Hier entscheidet sich, ob eine einfache oder aufwendigere Lösung nötig ist.
- Abdichtung. Besonders sorgfältig, da hier Feuchtigkeitsschäden vorgebeugt werden muss.
- Fliesen und Duschabtrennung. Zum Abschluss wird die Dusche verfliest und je nach Wunsch eine Glasabtrennung montiert.
Insgesamt dauert der Einbau meist 3 bis 5 Arbeitstage, bei größeren Umbauten mit weiteren Anpassungen im Bad auch länger.
Zuschuss der Pflegekasse nutzen
Eine bodengleiche Dusche gehört zu den klassischen wohnumfeldverbessernden Maßnahmen nach § 40 SGB XI. Die Pflegekasse zahlt dafür ab Pflegegrad 1 einen Zuschuss von bis zu 4.180 Euro – bei einem Teilumbau reicht das oft, um einen Großteil oder sogar die kompletten Kosten zu decken. Wichtig: Der Antrag muss vor Beginn der Arbeiten gestellt werden. Die vollständige Anleitung zum Antrag finden Sie in unserem Ratgeber zum Zuschuss der Pflegekasse, mehr zu weiteren Bad-Maßnahmen und Kosten in unserem Ratgeber zum barrierefreien Bad.
Praktisch: Zuschuss berechnen
Mit unserem kostenlosen Badumbau-Zuschuss-Rechner ermitteln Sie schnell, wie viel Zuschuss der Pflegekasse für Ihre bodengleiche Dusche infrage kommt.
Häufige Fragen
Ist ein nachträglicher Einbau auch in einer Mietwohnung möglich?
Ja, mit Zustimmung des Vermieters. Da es sich um einen dauerhaften baulichen Eingriff handelt, sollte die Zustimmung schriftlich eingeholt werden.
Muss die ganze Wohnung dafür umgebaut werden?
Nein. Der Umbau beschränkt sich in der Regel auf den Duschbereich selbst, angrenzende Bereiche bleiben unberührt.
Was, wenn nicht genug Aufbauhöhe vorhanden ist?
Dann gibt es Alternativen wie sehr flache Ablaufsysteme oder eine geringfügige Absenkung des Estrichs. Ein erfahrener Fachbetrieb findet fast immer eine technische Lösung.
Quellen
- GKV-Spitzenverband: Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, gkv-spitzenverband.de
- DIN 18040-2: Barrierefreies Bauen – Wohnungen
Stand der Informationen: Juli 2026. Preise sind Richtwerte und hängen stark vom individuellen Bad ab.