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Barrierefreies Bad

Barrierefreies Bad: Umbau, Kosten und Förderung im Überblick

Was kostet ein barrierefreies Bad? Preise für Teil- und Komplettumbau, die wichtigsten Maßnahmen und wie Sie Zuschüsse von Pflegekasse und KfW nutzen.

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Helles, barrierefreies Badezimmer mit bodengleicher Dusche, Haltegriffen und erhöhtem WC

Foto: Ein barrierefreies Bad muss nicht klinisch wirken – Sicherheit und Wohnlichkeit lassen sich gut verbinden.

Das Wichtigste in Kürze

Ein barrierefreies Bad soll vor allem eines: sicheres, selbstständiges Leben ermöglichen. Schon kleinere Anpassungen wie Haltegriffe oder ein rutschfester Boden kosten wenige Hundert Euro. Ein Teilumbau, etwa die Umwandlung der Badewanne in eine bodengleiche Dusche, liegt meist bei 3.000 bis 8.000 Euro. Ein kompletter, barrierefreier Badumbau kostet in der Regel zwischen 12.000 und 25.000 Euro. Ein Großteil davon lässt sich über den Zuschuss der Pflegekasse und die KfW-Förderung abdecken.

Was macht ein Bad eigentlich barrierefrei?

Barrierefrei bedeutet: Das Bad lässt sich ohne fremde Hilfe sicher nutzen – auch mit Rollator, Rollstuhl oder eingeschränkter Kraft in Armen und Beinen. Die Fachwelt orientiert sich dabei an der Norm DIN 18040-2. Diese Norm legt zum Beispiel fest, wie groß Bewegungsflächen sein müssen oder in welcher Höhe Haltegriffe montiert werden. Für den Alltag muss man diese Norm nicht auswendig kennen – wichtig ist nur, dass ein Fachbetrieb sie bei der Planung berücksichtigt, wenn eine Förderung beantragt werden soll.

Was kostet der barrierefreie Badumbau?

Art des Umbaus Typische Kosten
Einzelmaßnahmen (Haltegriffe, rutschfester Boden) 300 – 2.000 €
Teilumbau (z. B. Wanne zu bodengleicher Dusche) 3.000 – 8.000 €
Kompletter barrierefreier Umbau 12.000 – 25.000 €
Rollstuhlgerechtes Bad (R-Standard) 25.000 – 50.000 €

Diese Werte sind Richtwerte. Die tatsächlichen Kosten hängen von der Größe des Bads, der gewünschten Ausstattung und der Region ab. Ein Kostenvoranschlag vom Fachbetrieb vor Ort gibt die verlässlichste Auskunft.

Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick

Icon-Grafik mit vier Symbolen für barrierefreie Bad-Maßnahmen: bodengleiche Dusche, Haltegriff, unterfahrbares Waschbecken und erhöhtes WC
  • Bodengleiche Dusche: Kein Einstieg, keine Stolperkante – das Herzstück eines barrierefreien Bads.
  • Haltegriffe: Neben Dusche, Badewanne und WC montiert, geben sie beim Aufstehen und Hinsetzen Sicherheit.
  • Unterfahrbares Waschbecken: Ermöglicht die Nutzung im Sitzen, etwa vom Rollstuhl aus.
  • Erhöhtes WC: Erleichtert das Hinsetzen und Aufstehen, besonders bei Knie- oder Hüftproblemen.
  • Rutschfester Bodenbelag: Reduziert die Sturzgefahr auf nassem Boden erheblich.
  • Ausreichend breite Türen: Damit Rollator oder Rollstuhl ohne Umbau ins Bad passen.

Nicht jede Maßnahme muss sofort umgesetzt werden. Viele Familien beginnen mit den dringendsten Punkten – oft Dusche und Haltegriffe – und bauen später weiter aus.

Zuschüsse: Was zahlen Pflegekasse und KfW?

Ein barrierefreier Badumbau gehört zu den häufigsten „wohnumfeldverbessernden Maßnahmen“ nach § 40 Absatz 4 SGB XI. Die Pflegekasse zahlt dafür bereits ab Pflegegrad 1 einen Zuschuss von bis zu 4.180 Euro pro pflegebedürftiger Person, bei mehreren Personen im Haushalt bis zu 16.720 Euro insgesamt. Der Antrag muss vor Beginn der Arbeiten gestellt werden.

Zusätzlich fördert die KfW-Bank mit dem Programm „Altersgerecht Umbauen“ (455-B): bis zu 2.500 Euro für eine Einzelmaßnahme oder bis zu 6.250 Euro, wenn im Rahmen eines umfassenden Umbaupakets gleich mehrere Bereiche der Wohnung barrierefrei gestaltet werden. Wichtig: Für denselben Teil des Badumbaus dürfen Pflegekassen-Zuschuss und KfW-Förderung nicht gleichzeitig genutzt werden. Werden dagegen unterschiedliche Teile des Umbaus getrennt in Rechnung gestellt – etwa die Dusche über die Pflegekasse, die Haltegriffe und der Bodenbelag über die KfW – lassen sich beide Fördertöpfe rechtssicher kombinieren. Die genauen Regeln und den Antragsweg erklären wir Schritt für Schritt in unserem Ratgeber zum Zuschuss der Pflegekasse.

So gehen Sie Schritt für Schritt vor

  1. Bedarf klären. Am besten gemeinsam mit einer Pflegeberatung oder einer unabhängigen Wohnberatungsstelle überlegen, welche Anpassungen wirklich notwendig sind.
  2. Fachbetrieb einbeziehen. Ein auf barrierefreies Bauen spezialisierter Handwerksbetrieb kennt die Anforderungen der DIN 18040-2 und plant entsprechend.
  3. Kostenvoranschlag einholen. Idealerweise mit möglichst genauer Aufschlüsselung der einzelnen Maßnahmen – das erleichtert später die Aufteilung auf verschiedene Fördertöpfe.
  4. Anträge stellen. Zuschuss bei der Pflegekasse und gegebenenfalls im KfW-Zuschussportal beantragen – beides vor Baubeginn.
  5. Auf die Zusagen warten. Erst nach schriftlicher Zusage mit dem Umbau beginnen.
  6. Umbau durchführen und Rechnungen einreichen. Nach Abschluss der Arbeiten die Rechnungen bei den jeweiligen Förderstellen einreichen.

Häufige Fragen

Muss ich für den Zuschuss zwingend ein komplett neues Bad einbauen?

Nein. Auch einzelne Maßnahmen wie Haltegriffe oder eine bodengleiche Dusche werden gefördert, wenn sie die Pflege zu Hause ermöglichen oder erleichtern.

Wie lange dauert ein barrierefreier Badumbau?

Ein Teilumbau ist oft innerhalb weniger Tage abgeschlossen. Ein kompletter Umbau dauert je nach Umfang meist zwei bis vier Wochen.

Was, wenn die Wohnung gemietet ist?

Auch Mieter haben Anspruch auf den Zuschuss der Pflegekasse und die KfW-Förderung. Vorher sollte aber das Einverständnis des Vermieters eingeholt werden, idealerweise schriftlich.

Kann ich das Bad auch schrittweise umbauen?

Ja. Viele Haushalte beginnen mit den wichtigsten Maßnahmen und erweitern später. Für jede neue Maßnahme kann erneut ein Zuschuss beantragt werden, solange der Höchstbetrag noch nicht ausgeschöpft ist.

Quellen

  • GKV-Spitzenverband: Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, gkv-spitzenverband.de
  • KfW-Bank: Merkblatt Zuschuss Nr. 455-B, Stand 04/2026 (PDF), kfw.de
  • DIN 18040-2: Barrierefreies Bauen – Wohnungen

Stand der Informationen: Juli 2026. Preise sind Richtwerte und können je nach Anbieter, Region und Ausstattung abweichen.

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